Sie werden nirgendwo genannt. Ihre Namen bleiben unbekannt. Sie agieren stets im Hintergrund. Doch ohne sie würde es viele Berichte von Auslandskorrespondenten aus China nicht geben. Die Rede ist von den sogenannten Fixern. Oder „news assistants“. Über diese Männer und Frauen im Hintergrund hat die Journalistin Xiao Bing einen Artikel verfasst, der zuerst auf Chinesisch veröffentlicht und nun von Lingua Sinica unter der Überschrift „China‘s Invisible Journalists“ ins Englische übersetzt wurde. Zu Wort kommt dort ein Fixer mit dem Pseudonym W, der über seinen Alltag sowie seine Sorgen und Nöte berichtet.
Fast alle Korrespondenten in China sind auf Fixer angewiesen. Sie sind so etwas wie ein Mädchen für alles. Zeng Qingxiang, Professor an der School of Journalism an der Communication University of China, beschreibt deren umfangreiches Aufgabengebiet wie folgt: „Fixers handle such tasks as renting vehicles, booking hotels, locating interview subjects, conducting interviews, translation and communication, and ensuring the safety of correspondents in dangerous environments.”
Geregelt ist die Arbeit der Fixer in Artikel 18 der “Regulations of the People’s Republic of China on Foreign News Agencies and Foreign Journalists Reporting Activities”. Danach dürfen ausländische Korrespondenten chinesische Staatsbürger als Hilfskräfte anheuern. Diese dürfen aber nicht selbst Interviews führen oder Artikel schreiben. Vermittelt werden dürfen die Fixer nur über spezielle Agenturen, die dem Außenministerium unterstehen.
So kam auch W zu seinem Job. Er war ursprünglich Übersetzer und landete via der Agentur des Außenministeriums bei einem ausländischen Medium. „I was based in Beijing, helping foreign reporters solve interview problems on an ad hoc basis.” Er hilft, die Interviewpartner auszuwählen und anzusprechen und ist oft auch als Übersetzer dabei. Er betrachtet das als eine wichtige Aufgabe und fordert eigentlich mehr Respekt für seine Arbeit, „because every successfully completed report has dependend on a fixer‘s coordination work, judgement, and protection.“ Weil seine wichtige Arbeit stets im Verborgenen stattfindet, kamen ihm immer mal wieder Zweifel, ob das für ihn der richtige Job sei: „Honestly, I‘ve thought about giving up many times, because sometimes this work feels very stressful and risky. But what keeps me here is that sense of achievement from bringing something important to the outside world.” Gerade bei Demonstrationen fühle er diese Bedeutung, denn durch dort geführte Interviews gebe er den Demonstranten eine Stimme, die im Ausland Gehör findet: „At that moment I felt the weight of this work. This is not a profession, but also responsibility.“
Info:
Hier der Artikel „China‘s Invisible Journalists“ in Lingua Sinica: https://chinamediaproject.org/2025/12/16/chinas-invisible-journalists/