ARTIKEL I Studenten

Seit 1996 gibt es in China den China Scholarships Council (CSC), der ausgewählten Studenten und Doktoranden ein Studium oder eine Promotion im Ausland ermöglicht. Über 65 000 Studenten kamen allein seit 2018 in den Genuss dieses staatlichen Stipendiums. In den vergangenen Jahren entstand hierzulande eine Diskussion, ob diese CSC-Studenten und -Doktoranden nicht als eine Art fünfte Kolonne Beijings zu betrachten sind. Um mehr über diese Gruppe zu erfahren, haben Sabrina Habich-Sobiegalla und Roland Zeidler (Professorin bzw. Doktorand an der FU Berlin) eine Befragung unter chinesischen Studenten durchgeführt, und zwar sowohl unter CSC-Studenten als auch unter Non-CSC-Studenten. Das Ergebnis der Umfrage wird in der ersten Ausgabe des Journal of Current Chinese Affairs (GIGA) erscheinen, wurde aber jetzt schon vorab veröffentlicht. In der Umfrage unter 474 Studenten (das sind 1,2 Prozent der insgesamt 40 500 chinesischen Studierenden in Deutschland) kamen deutliche Unterschiede zwischen den CSC- und Non-CSC-Studierenden zu Tage. So will eine große Mehrheit der CSC-Studierenden unmittelbar nach Ende des Studiums zurück nach China. Dagegen wollen 40 Prozent der Non-CSC-Studierenden (vorerst) in Deutschland bleiben. Drei Viertel der CSC-Studierenden sehen in ihrem Auslandsstudium einen Beitrag zur nationalen Entwicklung des Landes, bei den Non-CSC-Studierenden sind es weniger als 50 Prozent. Nur 22 Prozent der CSC-Studierenden akzeptieren „valid critics“ an China, bei den Non-CSC sind es 40 Prozent. Interessant sind die Zahlen über die Zufriedenheit mit dem politischen System Chinas: Immerhin 25 Prozent der CSC-Studierenden zeigen eine gewisse Unzufriedenheit mit dem System, bei den Non-CSC sind es über 50 Prozent.

Info:

Hier kann man der Artikel „State Influence in Educational Migration: A Comparative Study of State- and Non-State-Funded Chinese Students in Germany” herunterladen: https://journals.sagepub.com/doi/epdf/10.1177/18681026251413616

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