Nicholas R. Lardy ist einer der besten Kenner der chinesischen Wirtschaft. Soeben räumt er in einem Report des Peterson Institute for International Economics (PIIE) mit einem weitläufigen Vorurteil unter vielen westlichen Ökonomen auf. Dieses lautet in den Worten von Lardy: „China’s social safety net (especially its retirement system) is chronically weak.” Und dieses schwache Sozialsystem würde die Chinesen dazu verleiten mehr zu sparen und ergo weniger zu konsumieren. „This consensus is out of date“, so das Urteil von Lardy in seinem 18seitigen Report „Does a Weak Social Safety Net Hold Back Consumption in China?” Darin beweist er, dass sich die Sozialausgaben (gemessen als Anteil am Sozialprodukt) seit 2010 verdoppelt hätten. Damit sei China auf dem Niveau von Mexiko und der Türkei, die Lardy als „large upper-middle income countries“ klassifiziert. Gleichzeitig sei auch der Anteil des Konsums am Sozialprodukt gestiegen, und zwar auf inzwischen 40 Prozent. Aber Lardy zweifelt, ob diese beiden Trends (steigende Sozialausgaben und Konsum) anhalten werden: „China faces challenges sustaining the trends of increasingly social expenditures and rising household consumption“.
Info:
Hier geht es zum Policy Brief von Nicholas R. Lardy: https://www.piie.com/publications/policy-briefs/2025/does-weak-social-safety-net-hold-back-private-consumption-china