ARTIKEL I Ist BRICs tot?

Jim O´Neill (65) war einst Chefökonom der Investmentbank Goldman Sachs. In dieser Funktion veröffentlichte er im November 2001 ein berühmtes Papier: „Building Better Global Economic BRICs“. Von da an waren die vier Buchstaben BRIC eine feste Größe in der globalen Diskussion. Sie stehen für die vier Länder Brasilien, Russland, Indien und China. Vier Schwellenländer mit großem Potential auf dem Sprung in die erste Liga der globalen Wirtschaftsmächte. So dachte und prognostizierte damals O´Neill. Doch den Sprung schaffte nur einer: China. Ist damit BRICS (später kam noch Südafrika dazu) tot, zumal ein Teilnehmer gerade einen Krieg angezettelt hat? Der Vater des Konstrukts, das damals in der Finanzwelt große Begeisterung auslöste, zieht in einem Artikel nach über 20 Jahren Bilanz: „BRICS grouping remains little more than a symbolic shell of unreached potential.“ Nein, politisch ist BRICS nicht tot. Soeben haben sich die fünf Außenminister wieder getroffen. Sie verstehen sich weiter als eine Art Gegenmacht gegenüber den USA.

Info:

Jim O´Neill´s aktuelle Einschätzung von BRICS:  https://asiatimes.com/2022/05/will-brics-tumble-amid-russias-invasion-of-ukraine/ Der Artikel, mit dem er 2001 den Begriff begründete:

https://www.goldmansachs.com/insights/archive/archive-pdfs/build-better-brics.pdf

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