Wir wissen viel zu wenig darüber, wie chinesische Multiplikatoren (Experten, Journalisten und Wissenschaftler) Europa betrachten. Dieses Defizit hat nun eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung zusammen mit Sinification zu beheben versucht. Autor Jacob Mardell (Sinification) hat dazu 752 chinesischsprachige Texte von 395 Experten im Zeitraum zwischen Oktober 2022 und September 2026 ausgewertet. Die EU wird danach als wirtschaftlich und politisch geschwächt, intern zerstritten und geopolitisch wenig handlungsfähig gesehen. Die Experten erkennen zwar an, dass der chinesische Exportüberschuss zu Spannungen führt, aber die europäischen Beschwerden über Subventionen und Überkapazitäten werden als unbegründet, arrogant und missgünstig zurückgewiesen. Es wird ein längerer Handelskonflikt mit der EU erwartet, der sich zunehmend auf Industriezweige, Regulierungen und Standards ausweiten wird. Aber einen umfassenden Handelskrieg will die Mehrheit auch im chinesischen Interesse vermeiden.
Info:
Hier kann man die Studie „Across the Trade Divide“ herunterladen: https://media.licdn.com/dms/document/media/v2/D4D1FAQHNPOnT7u1Lsg/feedshare-document-url-metadata-scrapper-pdf/B4DaEhA6W5KUA4-/0/1791555253854?e=1792479600&v=beta&t=gYSiRcx3vJBj4hVhfE9gge-m0QP6PxCe6TZ6nxdBWcc