SPORT I Olympische Winterspiele – eine nicht nur sportliche Bilanz

Die Olympischen Winterspiele in Cortina-Mailand sind zu Ende. Zeit also, eine Bilanz zu ziehen. Für China ist das eine zweifache Bilanz – eine sportliche, aber auch eine wirtschaftliche. Dir sportliche drückt sich üblicherweise in der Zahl der Medaillen aus. China hat 15 dieser begehrten Edelmetalle gewonnen. Das ist genau so viel wie vor vier Jahren, als Beijing die Winterspiele ausrichtete. Quantitativ hat man also die Erfolge der heimischen Spiele wiederholt.

Aber differenziert man die 15 Medaillen nach Gold, Silber und Bronze, sieht die Bilanz etwas anders aus. Während in Beijing neun Goldmedaillen gewonnen wurden, waren es in Italien nur fünf. Die chinesischen Olympiasieger sind: Ning Zhongyan (1500 Meter Eischnelllauf der Männer), Wang Xindi (Freestyle Ski), Xu Mengtao (Freestyle Ski), Su Yiming (Snowboard) und Eileen Gu (Freestyle Ski).

Keine Frage: Eileen Gu war und ist der chinesische Superstar. Die in Kalifornien lebende Gu – Tochter einer Chinesin und einer Amerikanerin – ist das Postergirl unter den 126 chinesischen Athleten, die dieses Jahr in Cortina-Mailand an den Start gegangen sind. Auch wenn sie dieses Mal nur eine Goldmedaille gewonnen hat– in Beijing waren es zwei – dominierte sie die Schlagzeilen auch in der internationalen Presse. Sie war das schöne Gesicht des chinesischen Teams.

Doch neben den sportlichen Wettkämpfen war China auch kulturell und vor allem auch wirtschaftlich gut vertreten. Der weltberühmte Pianist Lang Lang spielte bei der Eröffnungszeremonie im Mailander San Siro Stadion und begleitete musikalisch die italienische Sopranistin Cecilia Bartoli. Eine bedeutende Rolle spielten die chinesischen Sportartikelfirmen Anta, Li-Ning und Peak. Anta, das ja gerade den traditionsreichen deutschen Konkurrenten Puma übernommen hat, war dabei am prominentesten vertreten. Das Unternehmen rüstete Gold-Girl Eileen Gu aus und war auch der offizielle Ausrüster des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Alle Offiziellen liefen in Anta-Sportklamotten herum. Peak machte es eine Nummer kleiner und kleidete die Delegationen vor allem kleinerer Staaten ein. In Li-Ning-Anzügen traten die chinesischen Medaillengewinner auf die Siegertreppchen.

Aber auch Firmen außerhalb des Sports waren präsent. Der Elektronik-Konzern TCL – ein langjähriger Sponsor vieler großer internationaler Sportereignisse – hatte auf der Piazza del Duomo im Herzen Mailands einen Winterpark errichtet mit fünf Eishäusern, die die Kontinente repräsentierten. Darüber hinaus stellte  TCL neue Möglichkeiten der TV-Übertragung vor.

Am spektakulärsten war freilich der Auftritt des Tech-Konzerns Alibaba bzw. dessen KI-Tochter Qwen. Mit der von ihr installierten Olympic AI kam zum ersten Male bei Olympischen Spielen die Künstliche Intelligenz großflächig zum Einsatz.

Sie ermöglichte unter anderem, dass Athleten und Offizielle in 119 Sprachen via App Fragen stellen konnten und sofort eine Antwort bekamen. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry lobte: „Thanks to Alibaba’s Cloud technology and Qwen, Milano-Cortina 2026 will be the most intelligent games in history, delivering smart operations, deeper engagement and new possibilities for the Olympic movement.” Alibaba ist seit 2017 einer der Top-Sponsoren des IOC und zahlt dreistellige Millionenbeträge. Deshalb bekam Tochter Qwen und nicht ChatGPT oder Gemini (Google) den Auftrag, KI in das olympische Programm zu integrieren.

Info:

Wie Qwen (Alibaba) KI zu Olympia bringt: https://www.youtube.com/watch?v=RCZlHP__Fro&t=59s

Wie sich TCL in Italien präsentierte: https://www.youtube.com/watch?v=VjuKSQSOa68&t=34s

The Rise of Eileen Gu (by Red Bull): https://www.youtube.com/watch?v=BVzP_NXZowM

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