REPORT I Satelliten

Welche (überlebens-)wichtige Rolle Satelliten im Kriegsfalle spielen, sieht man derzeit im Ukraine-Krieg. Ohne Satelliten von Elon Musks Starlinks würde die Kommunikation zwischen den Militäreinheiten der Ukraine zusammenbrechen. Diese Entwicklung verfolgen auch die Militärs im fernen China aufmerksam und zeigen sich überrascht: „China‘s military was surprised by Starlink‘s extensive use in the war in Ukraine”. Das schreiben die drei Autoren des Merics-Report „Orbital Geopolitics: China‘s Dual-Use Space Internet.“ Die Folge sei, dass China inzwischen massiv in seine Satelliten-Infrastruktur investiere. So sollen bis 2030 im sogenannten Low-Earth-Orbit (LOE) über 50 000 Satelliten platziert werden. Fast die Hälfte davon solle von privaten chinesischen Firmen stammen. Dies zeigt, dass China seine Space-Aktivitäten nicht mehr nur den Staatsunternehmen überlässt, sondern auch zunehmend private Firmen einbezieht. So ist die Zahl der privaten Weltraum-Unternehmen von 30 (2018) auf derzeit knapp 600 gestiegen. Sie sind auch stark in Entwicklung und Bau von wiederverwendbaren Raketen involviert, die den Transport der Satelliten ins All ermöglichen.  Denn die sind derzeit noch der Flaschenhals in Chinas ambitiösem Satellitenprogramm. So betragen die „launch costs“ in China rund 21 000 $ per Kilogramm, in den USA (SpaceX) nur zwischen 2700 und 3000 $. Die Merics-Autoren sind überzeugt: “A breakthrough in reusable rockets could quickly lead to an extensive network of deployed satellites.”  

Info:

Hier kann man den 28seitigen Merics-Report herunterladen:

https://merics.org/de/report/orbital-geopolitics-chinas-dual-use-space-internet

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