Anfang Februar fand in Shenzhen ein interessantes Ereignis statt. In der südchinesischen Tech-Metropole wurde der 30 000. Laden der Kaffeekette Luckin eröffnet. Zu dem Event kamen die Luckin-Spitzenmanager Li Hui (Chairman) und Guo Jinyi (CEO und Mitgründer) sowie Repräsentanten der Kaffee-Exportländer Brasilien, Kolumbien und Indonesien. Die neue Filiale in Shenzhen ist anders als die vielen zuvor eröffneten. Bislang setzte Luckin auf eine spartanische Einrichtung und niedrige Preise (ein und zwei Dollar für einen Americano bzw. eine Latte). Im neuen Laden will Luckin zeigen, dass sie auch anders können. Der Store in Shenzhen ist 420 Quadratmeter groß und über zwei Etagen verteilt. Man kann zwischen verschiedenen Kaffeesorten aus Brasilien, Äthiopien und Yunnan wählen. Es gibt spezielle Drinks wie zum Beispiel Tiramisu Latte. Der erste Original Flagship Store in Shenzhen sei „eine strategic revolution for the brand“, schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Luckin Coffee klotzt und protzt damit weiter. Den amerikanischen Konkurrenten Starbucks hat das Unternehmen mit über 30 000 Filialen in mehr als 300 chinesischen Städten längst überholt. Starbucks hat in China „nur“ etwas über 8000 Filialen. Im vergangenen Jahr verkaufte das Starbucks-Management sogar sein China-Geschäft mehrheitlich an die chinesische Investmentfirma Bayu Capital. Inzwischen dominieren die chinesischen Kaffeeketten den boomenden chinesischen Markt: Cotti, Manner und eben Luckin. Das Unternehmen wurde 2017 gegründet. Bereits 2019 ging Luckin an die amerikanische Nasdaq. Allerdings wurde ein Jahr später entdeckt, dass Luckin seine Umsätze gefälscht hatte. Die Folge: Luckin wurde von der Nasdaq-Börse genommen. Inzwischen scheint sich Luckin von diesem Finanzskandal erholt zu haben. CEO Guo Jinyi plant derzeit eine Rückkehr an die Börse in New York. Mit einem Coffeeshop ist Luckin schon in der amerikanischen Finanzmetropole New York vertreten. Im vergangenen Sommer eröffnete die Kette ihren ersten Store in den USA. Inzwischen hat Luckin bereits zehn Filialen in New York. Bislang verfolgte Luckin eine vorsichtige Internationalisierungsstrategie. Man ging zuerst nach Südostasien, und zwar nach Singapur (68 Filialen) und Malaysia (45). Es folgten die USA. Und wann geht es nach Europa, wo der chinesische Konkurrent Cotti gerade angreift (siehe CHINAHIRN 119)?
Info:
Hier dle Luckin-Pressemitteilung zur Eröffnung des Flagship-Store in Shenzhen: https://investor.luckincoffee.com/news-releases/news-release-details/luckin-coffee-unveils-its-30000th-store-origin-flagship-new