RESTAURANTS I Chinesisch Essen in Mannheim

Vergangene Woche war ich in Mannheim. Im Schloss, wo die Uni ihren Sitz hat, fand ein China Summit statt. Veranstaltet wurde er von Studentenorganisationen dreier Universitäten: dem Asia-Pacific Management Club (Uni Mannheim), FS Asia Society (Frankfurt School of Finance) und Asia Connect (WHU). Als gegen 16 Uhr die Veranstaltung beendet war, gab mir einer der Studenten einen Essens-Tipp, falls ich noch Zeit und Hunger hätte: Direkt gegenüber dem Hauptbahnhof sei ein guter Chinese. Ich hatte Zeit und Hunger und suchte deshalb das Lokal auf. Über dessen Fenstern steht in schlichten schwarzen Lettern WEN CHENG. Das ist doch die Kette, die vor fünf Jahren in Berlin mit dem ersten Lokal in der Schönhauser Allee gestartet ist. Sind die jetzt auch in Mannheim? Ich gehe hinein und musste feststellen: Gerammelt voll – wie einst in Berlin. Dank einer freundlichen Bedienung finde ich aber noch ein Plätzchen. Ich bestellte – was sonst? – die Biang Biang Nudeln. Jene breiten handgezogenen Nudeln aus der Provinz Shaanxi. Es gibt sie mit verschiedenen Fleischsorten, aber auch mit Tofu. Ich nehme die Variante mit Rindfleisch, das wunderbar weich ist. Die Schärfe stimmt auch, so dass ich bei geschlossenen Augen meinen könnte, ich befinde mich in Xi´an, der Hauptstadt von Shaanxi. Die Nudeln haben mindestens so gut geschmeckt wie in Berlin, fast noch besser. Am Schluss setzte sich noch der Manager des Lokals zu mir und erzählt kurz seine Geschichte. Er war einst in der Gastronomie tätig und wechselte dann in ein Fitness-Center. Er hatte sich geschworen, nie mehr in dem schwierigen Gastro-Gewerbe zu arbeiten – bis er vergangenes Jahr die beiden Vietnamesinnen My Luong (28) und My Linh Luong (25) getroffenen hat. Die toughen jungen Frauen, deren Eltern vor 30 Jahren nach Germersheim kamen, hatten schon einige asiatische Restaurants im Großraum Mannheim eröffnet. Bei einem Besuch in Berlin entdeckten sie eines der Wen-Cheng-Restaurants und waren von dem Konzept begeistert. Sie machten sich schlau und erfuhren, dass die Wen-Cheng-Geschäftsführung ein Franchise-System hat. Sie traten in Verhandlungen ein. Diese seien nicht einfach gewesen, sagt My Linh Luong, die in Mannheim BWL studiert hat. „Die Berliner Jungs“ – so My Linh Luong auf Linkedin – hätten hohe Anforderungen gestellt. Das Management um Valentin Spieß will zu Recht, dass ihre Franchise-Restaurants alle den denselben Standards entsprechen. Deshalb ist es auch sehr selektiv bei der Auswahl von Franchisenehmern. Aber letztlich haben die beiden Vietnamesinnen überzeugt. Am 13. Dezember wurde Wen Cheng in Mannheim eröffnet und ist seitdem ein Renner. My Linh Luong: „Der Andrang ist bis heute so groß, dass ich jedes Mal staune, wenn ich vor dem Laden stehe.“ Nach Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt ist Mannheim nun ein weiteres Glied in der Wen-Cheng-Kette.

Wer es gediegener und ruhiger mag sowie eine breitere Auswahl an chinesischen Speisen wünscht, dem sei in Mannheim der Kaiserpalast empfohlen. Dorthin entführte mich vor ein paar Wochen Felix Kurz, der Vorsitzende der Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft Metropolregion Rhein-Neckar und Strippenzieher in der Allianz Deutscher China-Gesellschaften (ADCG). Obwohl ich eigentlich kein Freund chinesischer Buffets bin (chinesisches Essen muss frisch gemacht sein und sollte nicht vor sich hinschmoren) hat mich das Mittagsbuffet überzeugt. Auswahl und Qualität stimmten für bescheidene 18,90 Euro. Das abendliche (mongolische) Buffet soll noch umfangreicher sein.  

Info:

Wen Cheng, Willy-Brandt-Platz 1-3, Mannheim (direkt gegenüber dem Hauptbahnhof).

Kaiserpalast, Theodor-Heuss-Anlage 19 (in der Nähe des Carl-Benz-Stadions), www.kaiserpalast-ma.de

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