RADIO I Chips und Taiwan

TSMC ist mit Abstand der größte Chiphersteller der Welt. Der Konzern aus Taiwan dominiert den Weltmarkt. Niemand kann kleinere und leistungsstärkere Chips herstellen (wir bewegen uns inzwischen im 2 Nanometer-Bereich). Wie ist es dazu gekommen? Dieser Frage geht Eva Wolfangel nach in ihrem Feature „An der Halbleiterfront – Taiwan und die Macht der Chips“, das in der Reihe „Wissenschaft im Brennpunkt“ des Deutschlandfunks am 23. März ausgestrahlt wurde. In dem knapp halbstündigen Beitrag zeichnet sie die Anfänge der taiwanesischen Chipindustrie in den 80er Jahren nach und erklärt, wie TSMC so stark werden konnte. Sie recherchierte vor Ort, sprach mit Mitarbeitern von TSMC, die allerdings anonym bleiben wollten. Einer sagt: „Wir sind alle erschöpft.“ Es sei ein enormer Drill in der Produktion. Bei kleinsten Fehlern werde das Gehalt gekürzt. 70- bis 80-Stunden-Wochen seien üblich. Wolfangel stellt auch die Frage, die sich viele stellen: „Warum hat bislang niemand TSMC eingeholt?“ Die Antwort gibt ein Chip-Veteran aus Taiwan: „Weil eine solche Produktion enorm viel Kapital erfordert, und niemand will so viel investieren.“ Doch nun schickt sich ein Land an, das zu tun: China.  „Sie investieren wie wahnsinnig“, sagt der Experte. Die Chinesen seien kurz davor, Taiwan einzuholen. „Wir sagen den Amerikanern, vielleicht müsst ihr in fünf Jahren eure Chips in China kaufen.“ Und was ist mit Europa? Kann man hier eine eigene Chip-Produktion hochziehen? Wolfangel resümiert am Schluss ihres Beitrages: „Keiner hält dies für realistisch.“ Wir bleiben also abhängig – von Taiwan und bald auch von China.

Info:

Hier kann man den Beitrag nachhören: https://www.deutschlandfunk.de/an-der-halbleiterfront-taiwan-und-die-macht-der-chips-102.html

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