Christoph Kirsch ist ein erfahrener Manager, der 35 Jahre für den größten Autozulieferer im Großraum Stuttgart gearbeitet hat – sowohl in Deutschland als auch in China. Er kennt also beide Welten und kann sie vergleichen. Das tut er zusammen mit dem Sinologie-Professor Klaus Mühlhahn (FU Berlin) in dem bei diplo.news erschienenen Artikel „Was Deutschland von ‚China Speed‘ lernen kann.“ Die beiden beziehen sich zunächst auf eine Aussage des Bundeskanzlers unmittelbar nach seiner China-Reise, wonach sich unser Wohlstand nicht „mit work-life-balance und Vier-Tage-Woche auf Dauer auf Dauer“ aufrechterhalten lasse. Diese Erklärung greife zu kurz, schreiben Kirsch und Mühlhahn. Sie reduziere Chinas wirtschaftliche Dynamik auf ein einziges Argument: eine längere Arbeitszeit. Aber es gebe weitaus mehr Ursachen. Die Autoren zählen sie auf. Zum Beispiel sehen sie einen wesentlichen Unterschied in der Kommunikationskultur der Unternehmen. In China werde direkter und unbürokratischer kommuniziert. Es herrsche zudem eine andere Entscheidungs- und Risikokultur. Entscheidungen würden schneller und pragmatischer getroffen. Auch die Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette sei in China anders, nämlich viel durchlässiger und schneller. Oft werde auch die Bedeutung der gut ausgebauten Infrastruktur unterschätzt. Sie verkürze Wege und beschleunige den Austausch. Ihr Fazit: In allen diesen Bereichen könne Deutschland von China lernen. Mit dem Thema „China Speed“ setzt sich auch der gerade veröffentlichte Report „China‘s cost and speed advantage“ der Unternehmensberatung Roland Berger auseinander. Darin schreiben die Autoren: „Increasingly., Chinese companies are able to develop their products faster and achieve a lower cost level than their Western counterparts.” Diese Aussagen untermauern sie mit Zahlen. So seien zum Beispiel die Entwicklungszeiten in der chinesischen Autoindustrie um 25 bis 30 Prozent kürzer. In anderen Branchen seien es gar 40 Prozent.
Info:
Hier der Artikel von Kirsch/Mühlhahn in diplo.news: https://www.diplo.news/articles/was-deutschland-von-china-speed-lernen-kann
Und hier kann man den Roland-Berger-Report ordern: https://www.rolandberger.com/en/Insights/Publications/China-s-cost-and-speed-advantage.html