Einmal im Jahr reist eine Delegation des Internationalen Währungsfonds (IWF, englisches Kürzel: IMF) nach China, um sich über die wirtschaftliche Lage des Landes zu informieren. Diesmal war sie dort Anfang Dezember unterwegs, die mitgereisten Delegierten führten viele Gespräche mit chinesischen Offiziellen und sammelten Daten. Zurück in Washington werteten sie das alles aus und veröffentlichten ihre Erkenntnisse in einem 99 Seiten umfassenden Werk, das den bürokratischen Titel „Staff Report for the 2025 Article IV Consultation“ trägt. In diesem mit vielen Tabellen und Zahlen gespickten Papier gehen die IWF-Experten davon aus, dass die chinesische Wirtschaft dieses Jahr um 4,5 Prozent wachsen wird. Mittelfristig rechnen sie mit weiter sinkenden Wachstumsraten „due to a declining labor force, decreasing returns on investment, and slower productivity growth”. Ungewöhnlich deutlich kritisieren sie das chinesische Wachstumsmodell, das sehr stark auf Exporten basiert: „China‘s growth model faces mounting challenges from domestic and external inbalances.” Der Exportmotor komme aufgrund der geopolitischen Verwerfungen zunehmend ins Stocken: „Exports may be less able to drive growth going forward.“ Sie fordern deshalb – wie viele andere Ökonomen – einen Kurswechsel hin zu mehr inländischem Konsum: „Transitioning to a consumption-led growth model should be the overarching priority.“
Info: Hier kann man den IWF-Report downloaden: https://www.imf.org/en/publications/cr/issues/2026/02/17/peoples-republic-of-china-2025-article-iv-consultation-press-release-staff-report-and-574028